Städtebau und Freiraum Klaus J. Schulz · München

Neudrossenfeld – Am Lerchenfeld

Selbsthilfe der Bürger

Ökologisches, kosten- und flächensparendes Weiterbauen des Dorfes

Ort
Neudrossenfeld, zwischen Kulmbach und Bayreuth
Fläche
8,7 ha
Bewohner
rund 500 Menschen
Planung
Schulz · Boedecker · Pfaff · Schinzel, München
Strukturplanung Am Lerchenfeld
Strukturplanung Am Lerchenfeld

Das neue Wohngebiet liegt landschaftlich reizvoll auf einem markanten Hügel über der Schlossanlage mit ihren barocken Terrassengärten, rund 30 Meter über dem Rotmaintal zwischen Kulmbach (10 km) und Bayreuth (12 km) – eine Lage, die besonders zum Wohnen einlädt.

Konzept

Das Weiterbauen des Dorfes am nördlichen Ortsrand nach den Kriterien des kosten- und flächensparenden Bauens unter ökologischen Aspekten soll mit dem Ansatz der „Hilfe zur Selbsthilfe“ verwirklicht werden. Auf 8,7 Hektar werden künftig rund 500 Menschen leben. Der Vereinzelung soll durch die Stärkung des Gemeinschaftsgedankens begegnet werden.

Entwurfselemente

Mit baulichen Zitaten der oberfränkischen Hauslandschaft werden um kleine Höfe Gebäude aus Holz und Stein errichtet, umgeben von Gärten und Streuobstwiesen.

  • Anger – Leitmotiv und Mittelpunkt der Siedlung.
  • Grüne Höfe – ein- und zweigeschossige Wohnhäuser stehen um Höfe, die auf den Anger ausgerichtet sind.
  • Obstwiesen – grüne Puffer zur Landwirtschaft, die die kleinen Grundstücke optisch erweitern.
  • Durchlässe – schmale Wege und Regensickergräben vernetzen das Gebiet ökologisch mit der freien Landschaft.
Struktur Wohnstraße
Struktur Wohnstraße
Hausgruppe
Hausgruppe
Anger mit Schilfkläranlage (Planausschnitt)
Anger mit Schilfkläranlage (Planausschnitt)

Bauen und Wirtschaften

  • Gebäude aus Stein – langgestreckt und erdgeschossig, ohne Dachausbau und ohne Keller.
  • Gebäude aus Holz – langgestreckt und zweigeschossig, ohne Dachausbau.
  • Straßen und Wege – nur gering befestigt, meist wasserdurchlässig; Parkplätze und Fußwege im Schotterrasen.
  • Primärenergie – Sonnenkollektoren, kontrollierte Lüftung, Wärmetauscher, Blockheizkraftwerke, Strahlungswärme, Niedrigenergiebauweise.
  • Wasser – Grau- und Regenwassernutzung, Schilfkläranlage, Versickerung des Oberflächenwassers im Gebiet.
  • Reststoffe – Kompostierung organischer Stoffe und Wertstoffsammlung auf dem Grundstück; nur geringe Müllmengen gehen auf die Deponie.
  • Wasseradern – unterirdische Wasserläufe werden nicht überbaut.

Hilfe zur Selbsthilfe

Die Familien beteiligen sich aktiv am ökologischen Bauen und Wirtschaften. Musterplanungen setzen Beispiele zum Bauen und vernetzen Wissen untereinander und mit Fachleuten. Eigene handwerkliche Fähigkeiten werden im Gesamtkonzept eingesetzt, und über Multiplikatoren wird Nachbarschaftshilfe geleistet.

Beispielblatt „Selbsthilfe der Bürger“ mit Belichtungsstudien, Hausgruppe am Anger und Schnitt durch den Anger
Beispielblatt „Selbsthilfe der Bürger“ mit Belichtungsstudien, Hausgruppe am Anger und Schnitt durch den Anger
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