Einfamilienhausgebiete entstehen meist nach demselben Muster: Die Landschaft wird in gleich große Rechtecke geteilt, durch ein Raster von Straßen autogerecht erschlossen, und in die Mitte jedes Grundstücks wird ein Haus gesetzt.
Der Entwurf für das Obere Gereuth setzt dem einen anderen Ansatz entgegen: Räume und Gestalt, Plätze, enge Gassen, Bäume in den Straßen, ein großer Rasenplatz für alle und ein Weiher. Statt starrer Geraden und überall gleich breiter Fahrbahnen entstehen bewegte Gassenräume mit Vor- und Rücksprüngen – Wechsel und Vielfalt, und doch die Gemeinschaft vieler Häuser, die über eine klar formulierte Gestaltsatzung einen gemeinsamen Stil halten.
Das Lob der Fachwelt war einhellig – „Auf nach Moosburg“ titelte „Die Welt“ –, und die Planung erhielt den erstmals verliehenen Walter-Hesselbach-Preis für eine bessere Gestalt der Umwelt und eine neue Stadtbaukultur.
Die Gedanken des Oberen Gereuth wurden später in der Feldkirchner Au am westlichen Stadtrand von Moosburg erneut aufgegriffen – und dort gebaut.
Ausgangspunkt des Entwurfs sind die Höfe und Häuser der umliegenden Dörfer: langgestreckte Baukörper, klare Dachformen und die Stellung der Gebäude zum Straßenraum.
Die strukturelle Gliederung ordnet das Gebiet in Hausgruppen um Gassen und kleine Plätze. Die Isometrien zeigen, wie Gebäudestellung, Gärten und öffentlicher Raum zusammenwirken.